SPOTLIGHT: And the winner is…
41 Filme aus den Kategorien FIKTION, FAKT, AUDIOVISION, EXPERIMENTAL und MULTIDIMENSIONAL haben wir insgesamt gesehen und jeder einzelne hat das Festival ein bisschen mitgeprägt! Allerdings konnte nur ein Film in jeder Kategorie von unserer Jury als Sieger gekürt werden. Diese Filme wollen wir euch hier nochmal vorstellen.
*English
All in all, we saw 41 films from the categories FICTION, FACT, AUDIOVISION, EXPERIMENTAL and MULTIDIMENSIONAL – and each one helped define the festival in its own way. But only one film in each category could be chosen as the winner by our expert jurors. Here’s an introduction of the winning movies:
FIKTION (Narrativer Kurzfilm) // FICTION (Narrative Short)
SATYR – Tim Klinger
„Ich habe Satyr als besten Film gewählt, weil er ein universelles Thema, die Suche nach der eigenen Identität und die Angst vor Andersartigkeit auf eine ungewöhnliche und kreative Weise erzählt. Der Film verbindet Fantasy-Elemente mit einer zutiefst menschlichen Geschichte und macht innere Konflikte auf eindrucksvolle Weise sichtbar. Besonders beeindruckt hat mich, wie die körperliche Verwandlung des Protagonisten als Metapher für Selbstfindung und Selbstakzeptanz eingesetzt wird. Darüber hinaus überzeugt der Film durch seine starke visuelle Gestaltung, die glaubwürdigen schauspielerischen Leistungen und die sensible Inszenierung. Die Geschichte wirkt emotional ehrlich, ohne aufdringlich zu sein, und regt auch nach dem Abspann zum Nachdenken an. Für mich zeichnet sich ein herausragender Film dadurch aus, dass er sowohl künstlerisch als auch emotional überzeugt und genau das gelingt Satyr.“ – Ashkan Najafi, Juror Fiktion
*English
„I chose Satyr as the best film because it tells a universal subject, the search for one’s identity and the fear of otherness, in a unique and creative way. The film combines fantasy elements with a deeply human story and makes inner conflicts visible in a remarkable way. Especially impressive to me was how the physical transformation of the protagonist is used as a metaphor for self-discovery and self-acceptance. Furthermore, the film convinces with its strong visual execution, believable performances and its sensitive enactment. The story feels emotionally sincere without being over-the-top and causes one to reflect on it even after the credits. To me, what makes an outstanding movie is the ability to be convincing both artistically and emotionally, which is exactly where Satyr succeeds.” – Ashkan Najafi, Jury Fiction
*Synopsis
Als Theo den selbstbewussten Silvan trifft, der zwei Hörner auf der Stirn hat, wird er in eine lebendige neue Welt hineingezogen. Doch als kleine Hörner aus seinem eigenen Kopf wachsen, muss sich Theo seinen Ängsten und Geheimnissen stellen.
FAKT (Dokumentation) // FACT (Documentary)
ANDRO – Dominik Gasser
“Alle Filme [in der Kategorie Dokumentation] behandeln relevante Themen und zeigen einen souveränen Umgang mit der verfügbaren Technik. In inhaltlicher und dramaturgischer Hinsicht hebt sich ,Andro‘ qualitativ deutlich von den anderen Einreichungen ab. Die klare thematische Fokussierung, die nachvollziehbare Kontextualisierung in Bezug auf politische Repression, der filmische Transport der künstlerischen Ästhetik der Performances und die historische Einordnung erreichen das Publikum und wirken dort nachhaltig.“ – Hardy Dreier, Juror Fakt
*English
„All films [from the category Documentary] deal with relevant topics and display a skillful use of the available technology. In its substance and dramaturgy, ,Andro’ qualitatively stands out significantly from the other submissions. The clear thematic focus, the coherent contextualisation in relation to political repression, the cinematic transportation of the artistic aesthetic of the performances and the historical placing reach the viewer and create a lasting effect.“ – Hardy Dreier, Jury Fact
*Synopsis
ANDRO DADIANIs politische Performances sezieren die Unterdrückung durch Staat und Kirche in Georgien und erobern Tbilisis urbane Räume. Als queere, non-binäre Protest- und Performancekunst-Person bleibt ihre Identität ein Geheimnis. Zu groß ist die Gefahr, offenen Widerstand zu leisten.
AUDIOVISION (Musikvideo // Music Video):
TRAGEDY – Emily Schlösser
„Irgendwo zwischen der Weite des Nordseestrands, Feldern mit Windmühlen und einer Hamburger Häuserzeile, die einen augenblicklich in ein britisches Arbeiterviertel der 90er versetzt, verlieren und finden sich die Musiker von Bleach TV immer wieder. Das ist kein zufälliges Wandern – es fühlt sich an wie eine Suche, die dem Song selbst eingeschrieben zu sein scheint. Die schwarz-weißen Bilder fügen sich dabei nahtlos in die melancholischen, postpunkigen Klänge von Tragedy: kein Schnickschnack, kein Ablenkungsmanöver. Regisseurin Emily Schlosser verbindet digitale Looks mit immer wieder eingestreuten 8mm-Momenten – und dieser Wechsel ist weit mehr als ein bloßes Stilmittel. Er erzeugt einen Erinnerungsschimmer, als würden die Bilder selbst zwischen Gegenwart und Vergangenheit pendeln, genau wie der Song es tut. Das Ergebnis ist ein Musikvideo, das nicht illustriert, sondern das Wesen von Band und Song auf den Punkt bringt.“ – Aleksa Krieg , Jurorin Musikvideo
*English
„Somewhere between the vastness of the North Sea beach, fields with windmills and a row of Hamburg houses that immediately transport you into a British working class neighborhood in the 90s, the musicians of Bleach TV continually lose and find each other again. This is not an incidental wandering – it feels like a search that seems to be written into the song itself. The black-and-white images fit in seamlessly with the melancholy post-punk sounds of Tragedy: no frills, no diversion tactics. Director Emily Schlösser combines digital looks with the continuous interspersion of 8mm moments – and this exchange is much more than just a stylistic device. It creates the sheen of a memory, as if the images themselves were swinging between past and presence, just like the song is doing. The result is a music video that not only illustrates but gets to the heart of the song and band’s essence.“– Aleksa Krieg, Jury Music Video
*Synopsis
Mit der Single „Tragedy“ sendet die Band Bleach TV ihr erstes musikalisches Lebenszeichen, das sich in einem Anflug roher und ehrlicher Emotionen zu einer monochromatischen Indie-Grunge-Fusion entfaltet. Ein musikalisches Bild, das im Musikvideo von Emily Schlösser visuell hervorragend umgesetzt wird. Die klanglichen Themen werden in den verschiedenen weitläufigen Kulissen des Videos eingefangen. Es entsteht eine Reise von der nordfriesischen Küste bis in den Süden Hamburgs, wobei man sich nicht immer sicher sein kann, auf welcher Seite der Nordsee man sich hier eigentlich befindet.
EXPERIMENTAL (Kunstfilm // Art Film):
TIES – Tayna Kirchner
„Dieser Film experimentiert konsequent mit verschiedenen Elemente – Bewegung, Musik, Kostümbild, Licht und Farbe werden zu eigenständigen Bedeutungsträgern. Die technische Umsetzung ist dabei von großer Präzision. Dabei greift der Film bewusst auf ikonografisch aufgeladene Bilder zurück, die tief im kollektiven Bildgedächtnis verankert sind – das weiße Kleid, das rote Tuch, der rote Faden – und liest sie neu, ohne ihre kulturelle Wucht zu verlieren. Was mich besonders überzeugt hat, ist das Gleichgewicht zwischen Klarheit und Offenheit: Der Film sagt, was er sagen will, lässt aber Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Und nicht zuletzt setzt er sich mit einem Thema auseinander, das zugleich persönlich und politisch ist – mit großer Relevanz für den Einzelnen wie für die Gesellschaft.“ – Martina Hentig , Jurorin Experimental
*English
„The film experiments consistently with multiple elements – movement, music, costuming, light and color become distinct carriers of meaning. The technical execution is of great precision throughout this. The film continually draws on iconographically loaded images which are rooted deeply into the collective visual memory – the white dress, the red cloth, the red thread – and reinterprets them, without losing their cultural force. What especially convinced me is the balance between clarity and openness: The film says what it wants to, yet still leaves space for individual thoughts and interpretations. Last but not least, it deals with a subject that is both personal and political – with a great relevance for the individual as well as for society.“ – Martina Hentig, Jury Experimental
*Synopsis
Der Kurzfilm „Ties“ ist eine persönliche Konfrontation und Auseinandersetzung mit verinnerlichter Misogynie und inwiefern sich diese in Beziehungen zwischen Frauen zeigt. Es wird untersucht, wie in scheinbar fürsorglichen Gesten sich verborgene, systematisch-patriarchale Machtverhältnisse und Rivalitäten zwischen Frauen abspielen können. Durch körperlich-performative Verstrickungen, wird die Verflechtung frauenfeindlicher Einflüsse in zwischenmenschlichen Beziehungen und dem eigenen Selbstbild dargestellt. Über assoziative und experimentelle Bild- und Schnittfolgen treten Gesten und innere Zustände in Wechselwirkung und bilden den filmischen Aufbau.
MULTIDIMENSIONAL (Animation):
TURMSPRINGER – Oscar Bittner
„Oscar Bittners Animationsfilm Turmspringer gelingt es, die emotionalen Konflikte seiner Figuren eindrücklich spürbar werden zu lassen. Mittels eines feinfühligen Einsatzes von Perspektive, Sounddesign, Farbe und Rhythmus transportiert der Film seine Erzählung auf vielschichtige und nuancierte Weise.“ – Max Bodendorf, Juror Multidimensional
*English
„Oscar Bittners animated film Turmspringer succeeds in making its characters‘ emotional conflicts tangible in a powerful way. Thanks to the delicate use of perspective, sound design, colour and rhythm, the film transports its narrative in a multilayered and nuanced way.”– Max Bodendorf, Jury Animation
*Synopsis
Since early childhood, Tuan and Felix have been inseparable. As they train to become Olympic high divers, however, their budding love for each other suffers under the weight of the competition. Professional sport is a harsh business, and Tuan will sacrifice everything for it … or will he?
SATYR – Tim Klinger
ANDRO – Dominik Gasser
TRAGEDY –
TIES
TURMSPRINGER






